Fabian Fier

Fabian Fier

Doktorand, IT-Berater und Firmengründer in Berlin

Wer bist Du? Was verbindet Dich mit dem Thema Projektmanagement?

Ich bin hauptberuflich Doktorand am Lehrstuhl für Datenbanken und
Informationssysteme der Informatik (http://dbis.informatik.hu-berlin.de)
an der HU Berlin. In meiner Freizeit leite ich das studentisch
gegründete Asien-Internetversandunternehmen Ondori und gründe gerade
meine freiberufliche IT-Beratertätigkeit, der ich seit über 12 Jahren
nachgehe, in dem Unternehmen intersignum (http://www.intersignum.com) aus.

Unter dem Begriff Projektmanagement verstehe ich als Informatiker
hauptsächlich IT-Projektmanagement. In meiner freiberuflichen Tätigkeit
habe ich Projekte intuitiv organisiert: Ich habe Zeitpläne erstellt,
Projekte in Einzelaufgaben heruntergebrochen und Kundenerwartungen und
-anforderungen in umsetzbare Form gebracht. In der studentischen
Unternehmensberatung CCT (http://www.cct-ev.de) und meinem nachfolgenden
Arbeitgeber Campana & Schott (http://www.campana-schott.com) habe ich
diese intuitiven Ansätze zu systematisieren gelernt mit Werkzeugen wie
Projektplänen, Templates für Risiken, Aufwandskalkulation etc.
IT-Projektmanagement bedeutet für mich heute allerdings weniger auf
Werkzeuge fokussierte Standardisierung als vielmehr
Komplexitätsreduktion: Kundenanforderungen, Technologie und nicht
zuletzt wir, die Projekte umsetzen, sind komplex.

Traditionelles Projektmanagement (Lastenheft > Pflichtenheft > Umsetzung > „Big Bang“) funktioniert aus meiner Sicht für IT-Projekte nur bedingt, weil sich
Anforderungen verändern, Technologie unüberschaubar sein kann und Teams
sich immer neu zusammenfinden. Daher halte ich flexible agile bzw.
iterative Vorgehensweisen mit möglichst wenig Verwaltungsaufgaben für
einen sehr guten Ansatz für IT-Projekte – was mir Kunden immer wieder
bestätigen.

Weshalb engagierst Du Dich im Orgateam für das PM Camp?

Weil ich bei einem der ersten PM Camp in Dornbirn dabei war, was sehr
viel Spaß gemacht hat und weil Heiko mich fragte, ob ich Lust habe,
mitzumachen. Auf dem Camp habe ich viele interessante Persönlichkeiten
kennengelernt und einiges zu pragmatischem Projektmanagement auch aus
ganz anderen Bereichen („Bau eine Stahlwerks in Russland“, „Bau eines
Flugzeugs“) mitgenommen. Ich glaube, das Konzept wird gerade auch in
Berlin funktionieren.

Wie interpretierst Du das Motto “Voneinander lernen: Ein Startup ist ein Projekt ist ein Startup?”

In Berlin entstehen mit großer Geschwindigkeit neue Unternehmen. Jede
Unternehmensgründung kann und sollte man meiner Meinung nach als Projekt
betrachten, das einer Planung bedarf. So kann man sicherstellen, dass
das Projekt „Firmengründung“ in der gewünschten Zeit, Qualität und
Kosten fertiggestellt werden kann. Mit einem geeigneten Controlling kann
man Probleme rechtzeitig erkennen und gegensteuern.

Umgekehrt können (insbesondere größere) Projekte Startup-Charakter
haben, in denen man ähnlichen Fragestellungen gegenübersteht wie bei
Firmengründungen: Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es für das
Projekt? Wem gegenüber ist man budgetverantwortlich? Welche Stakeholder
sind zu involvieren? Welche Risiken gilt es zu mitigieren?

Welche Erwartungen und Wünsche hast Du an das PM Camp Berlin?

Beim PM Camp treten Firmengründer und Projektmanagement-affine Menschen,
die nicht im Zusammenhang mit Firmengründungen stehen, in den Dialog.
Dabei erwarte ich viele Synergien, was den Erfahrungs- und
Wissensaustausch angeht, aber auch im Sinne von persönlichen Kontakten.
Ich freue mich auf lehrreiche Tage mit einer gut gemischten und
motivierten Gruppe von TeilnehmerInnen aus verschiedensten thematischen
Bereichen und Altersgruppen.

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