Heute stellen wir Euch ein Teil des Organisationsteams des PM Camps Berlin vor. Ein Selbstgespräch mit Heiko Bartlog, Sonja Tangermann und Michael Schenkel.

3 Mitglieder des Organisationsteams des PM Camps Berlin

Das Motto des PM Camps in diesem Jahr ist dreiteilig. Mich interessiert mit welchen drei Wörtern ihr euch jeweils vorstellen würdet und warum?

Heiko: Innovation, Agilität, Vernetzung! Innovation ist das, was mich antreibt – ich bin neugierig, brauche immer wieder frische Impulse und brenne für Innovationen! Agilität beschreibt meine Haltung ziemlich gut und außerdem verdiene ich meine Brötchen aktuell als sogenannter “Agile Coach”. Und Vernetzung – ich bin davon überzeugt, dass Vernetzung die Wahrscheinlichkeit für erfolgreiche Innovation erheblich steigert. Und man sagt mir nach, dass ich ein sehr großes Netzwerk habe – und tatsächlich vergeht kaum ein Gespräch, in dem ich meine Gesprächspartnerin oder meinen Gesprächspartner nicht mit einer anderen Person vernetze, weil ich denke, dass das für beide interessant oder nützlich sein könnte. Oft ist es das dann auch, so berichtet man mir jedenfalls.

Michael: Meine drei Worte sind: Cordon bleu, Fußball und Großstädte. Natürlich hängt die Antwort auf eine solche Frage vom Kontext ab, aber tatsächlich würde ich nicht Marketing, Softwareentwicklung und Projektmanagement antworten, auch wenn ich mich damit täglich beschäftige. Cordon bleu ist meine Lieblingsspeise, Fußball schaue ich seit über 40 Jahren und Großstädte faszinieren mich.

Sonja: Cordon bleu mag ich ebenso wie Großstädte und das Themenfeld Innovation, doch meine drei Wörter sind: Mut, Selbstwirksamkeit und Stärkenstärken – das habe ich jetzt zusammengesetzt zu einem Wort. 🙂
Da ich eine Vorliebe habe, Aspekte miteinander zu vernetzen, hängen für mich meine drei Worte zusammen. Letztendlich geht es mir darum, dass Menschen ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten erweitern und sich selbst als wirksam erleben. Dafür brauchen sie manchmal Ermutigung und den Blick, auf das was sie können und erreicht haben. Danach versuche ich mein Handeln im Umgang mit anderen auszurichten. In Bezug auf Veränderungen sind es nämlich die Selbstwirksamkeitserfahrungen, die einen Einfluss darauf haben, wie der eigene Umgang mit Irrtümern und Fehlschlägen sowie die Erholung von diesen ist.

Was habt ihr euch bei dem Motto des PM Camps „Mensch.Macht.Magie“ gedacht und was verbindet ihr jeweils persönlich damit?

Heiko: So ganz genau kann ich das diesjährige Motto gar nicht greifen. Wenn ich mich recht erinnere, dann entstand das Motto dieses Jahr in einem kreativen Gruppenprozess im erweiterten Orga-Team. Irgendwann fiel dann die eingängige Wortkombination Mensch – Macht – Maschine, die man u. a. schon einmal auf der re:publica gehört haben könnte. Maschine sollte aber dieses Jahr nicht im Fokus stehen – schließlich hatten wir das Thema Digitalisierung bereits im Jahre 2016 als Motto inklusive eines spannenden Impulsvortrags zu Künstlicher Intelligenz von Stefan Holtel. Irgendjemand hatte dann die Idee, den Dreiklang mit “Magie” zu beschließen. Für mich persönlich stehen ganz klar die “Menschen” im Vordergrund – es kann keine Projekte ohne Menschen geben. Den Begriff “Macht” finde ich im wahrsten Sinne des Wortes “spannend” – ich denke, dass der Macht-Begriff polarisiert und deshalb interessante Diskussionen über wirksame Zusammenarbeit eröffnen kann. Und mit “Magie” sind wir am Puls der Zeit: Die letzte Staffel von Game of Thrones ist gerade gelaufen, das neueste Augmented Reality Spiel zum Eintauchen in die Welt von Harry Potter wurde gerade veröffentlicht und manches Verhalten von Politikern kann ich mir noch am ehesten damit erklären, dass ein verrückter Zauberer sie lenkt!

Michael: In Bezug auf “Macht” schließe ich mich Heiko an. “Macht” macht etwas mit uns. Wer hat sie? Und warum? Wer will sie? Und warum? Und was bedeutet Macht überhaupt? Ein großartiger Begriff und auf die Gespräche darüber, freue ich mich schon.

Sonja: Ja, ich bin auch gespannt auf den Austausch zu unserem Motto. Im Star Wars Universum ist Macht ja eine mystische Energie die alle durchströmt und sowohl eine dunkle und eine helle Seite hat. In Bezug auf die “helle Seite”, denke ich bei Macht an die eigene Gestaltungsmacht und Handlungsfähigkeit, die mich persönlich antreibt etwas zu “machen” und da kann Magie drinstecken. Unser Motto lässt sich ferner lesen als der Mensch macht Magie. Wie äußert sich diese dann? Steckt Magie im Projektmanagement oder ist es der magische Moment, der zu Innovationen führt?

Wenn ihr für jedes Wort des Mottos jeweils eine Person nennen solltet, die ihr damit in Verbindung bringt, wer wäre das jeweils und warum?

Heiko: Hm … also zu “Mensch” fallen mir ganz viele Menschen ein, eigentlich alle – da möchte ich niemanden hervorheben. Und da ich selbst spontan eher negative Gefühle habe, wenn ich an “Macht” denke, möchte ich lieber keine Person damit in Verbindung bringen. Bleibt also “Magie”: Gandalf!

Michael: Ist Gandalf nicht ein Zauberer? Aber unabhängig davon: Mensch = Carola Rackete, Macht = Donald Trump, und Magie … mmh … Gandalf?

Sonja: Lustigerweise habe ich bei Magie auch sofort an Gandalf, den Weißen, gedacht. Liegt wohl daran, dass ich Fantasy Literatur mag. Neben der fiktiven Person Gandalf, sind es für mich reale Menschen ganz so wie bei dem Buchtitel von Andrew Kaufmann “Alle meine Freunde sind Superhelden”, die vereinen dann Mensch, Macht und Magie in sich. Und natürlich unsere Impulsgeberin und Impulsgeber, die uns als Orga-Team zu den drei Wörtern eingefallen sind.

Ihr seid ja mit dem PM Camp verwoben, daher interessiert mich, was war für euch ein magischer Moment bei den bisherigen PM Camps? Und wie entsteht Magie generell?

Heiko: Für mich ist es jedes Mal wieder magisch, wenn die Teilgeberinnen und Teilgeber des Barcamps die Agenda mit eigenen Themen füllen und den Rest des Tages selbst organisieren, ohne dass sich alle kennen, ohne dass jemand lenkt.

Michael: Mich begeistert immer wieder der intensive Austausch untereinander. Komme ich mit einer konkreten Frage, einem Problem zum PM Camp, dann ist die Chance sehr hoch, dass ich es mit einer und manchmal sogar mehreren guten Antworten wieder verlasse. So habe ich bspw. im letzten Jahr wertvolle Impulse zur Positionierung unserer Firma erhalten.

Sonja: Mich fasziniert der gemeinsame Austausch in den Sessions und danach. Ich habe die Möglichkeit so wie Michael sagt, meine Fragen mit anderen zu besprechen. Ich schätze es auch, dass die Impulsgeberin und Impulsgeber nach ihren Impulsen dableiben und für Gespräche offen sind. Das trägt für mich viel zu einer Atmosphäre des voneinander und miteinander lernen bei. Und ich komme mit vielen interessanten Menschen in Kontakt, der über das PM Camp hinaus bestehen bleibt.

Und zum Wort Macht beschäftigen mich die mit einem neuen Machtmodell assoziierten Verhaltensweisen Teilen, Mitmachen, Übernehmen, Fördern, Produzieren und Gestalten: Wie schaut ihr darauf und was bedeutet das für das Projektmanagement bzw. eure Arbeit?

Heiko: Klingt plausibel, einzig das “Produzieren” kann ich nicht ganz greifen – vielleicht bietest Du dazu eine Session an? Ansonsten sind Teilen, Mitmachen, Übernehmen, Fördern und Gestalten aus meiner Sicht Verhaltensweisen, die Projektarbeit und Führung in Projekten aus meiner Sicht recht gut beschreiben.

Sonja: Keine schlechte Idee Heiko. Laut dem neuen Machtmodell sieht die Stufe des Produzierens vor, dass die Beteiligten nicht nur ein Vorhaben unterstützen, sondern selber etwas dazu beisteuern. Zum Beispiel bestimmen die YouTube Filmer die Plattform durch ihren Beitrag mit. Parallelen zu den Verhaltensweisen finden sich ebenfalls in der Erziehungswissenschaft wieder, wenn es um die Erziehung und Bildung von Kindern geht.

Michael: Klingt leider für mich alles zu theoretisch. Für mich kommt Macht von Machen oder Entscheiden. Alles andere lässt sich vielleicht subsumieren, einen Mehrwert kann ich aber nicht erkennen.

Das bringt mich zur Mitsprachepflicht, von der Reinhard K. Sprenger spricht: Was bedeutet das eurer Meinung nach für den Menschen?

Heiko: Da Herr Sprenger diesbezüglich noch nicht mit mir persönlich gesprochen hat, weiß ich nicht genau, was damit gemeint sein soll. Ich interpretiere es spontan als: Wenn Du Dich nicht einbringst, nicht mitsprichst, dann darfst Du Dich auch nicht wundern, wenn Du nicht gehört wirst – hinterher meckern ist leicht, stiftet aber keinen Wert, im Gegenteil.

Michael: Ich glaube nicht, dass es eine Mitsprachepflicht gibt. Vielleicht gibt es ein Recht auf Mitsprache, aber das ist noch nicht mal sicher und sollte auch nicht immer und überall gegeben sein. Abgesehen davon glaube ich auch nicht, dass demokratische Entscheidungen in Unternehmen automatisch und immer zu besseren Ergebnissen führen. Aber: darüber diskutiere ich gerne beim PM Camp.

Sonja: Ich finde hierbei eine andere Frage spannend und zwar: Warum äußern einige Menschen ihre Meinung, z.B. in einem Unternehmen nicht oder nicht mehr? Liegt es vielleicht daran, dass Mitsprache erwünscht ist, doch die Beteiligung wirkungslos bleibt und somit der eigene Gestaltungsraum in Frage gestellt wird?

Jetzt haben wir alle drei Wörter des Mottos gestreift und ich bin gespannt wie diese in das Zirkeltraining am Samstagvormittag einfließen, zu dem ihr einladet: Worauf dürfen sich die Teilgeber*innen freuen?

Heiko: Es wird um Menschen gehen, es wird um Interaktion und Macht gehen, und es wird höchstwahrscheinlich auch magische Momente geben. Vielleicht mit Zauberstab, vielleicht ohne. Lasst Euch überraschen.

Beim PM Camp steht das Von- und Miteinander lernen im Vordergrund: Welche Frage beschäftigt euch im Kontext des Mottos „Mensch. Macht. Magie“?

Heiko: Ich fände es spannend, in einer Session tiefer in den Macht-Begriff und vor allem in die persönliche/individuelle Interpretation einzutauchen. Ich denke, das ist ein schönes Beispiel dafür, dass Menschen oft ein und denselben Begriff verwenden, ihn aber ganz unterschiedlich fühlen und interpretieren. In solchen Fällen kann es die Zusammenarbeit enorm verbessern, können viele Missverständnisse vermieden werden, wenn man zumindest Transparenz über die unterschiedliche Wahrnehmung erzeugt.

Michael: Mich interessiert die Frage, woran wir merken, dass “etwas” besser wird. Wir können 1000 Stunden diskutieren, uns im Unternehmen im Kreis drehen und schöne Vorsätze definieren, aber woran merken wir das etwas besser wird?

Und zu guter Letzt: Formuliert doch bitte einen Satz mit mind. einem der Wörter aus dem Motto.

Heiko: Macht mit, macht’s nach, macht’s besser!

Sonja: Da hole ich mal Nietzsche hervor: “Der denkende Mensch ändert seine Meinung.”

Michael: Ich mag Menschen, die Cordon bleu mögen. 😉

 

Mehr zu Heiko Barlog, Michael Schenkel und Sonja Tangermann sowie die weiteren Teammitglieder erfährst du hier.